Experten-Spotlight: mit Doris Jedkowiak
In unserem Experten-Spotlight holen wir Menschen aus unserem Netzwerk vor den Vorhang, die in ihrem Fachgebiet zu Hause sind. Wir fragen sie zu genau dem Thema, das sie seit Jahren begleitet und richten das Licht ganz auf ihr Wissen und ihre Erfahrung. So möchten wir Ihnen Einblicke schenken, die über das Alltägliche hinausgehen, und Ihnen die Gelegenheit geben, von echten Fachleuten etwas mitzunehmen.
Für unser erstes Experten-Spotlight haben wir mit Heilpraktikerin Doris Jedkowiak gesprochen. Über Abnehmen und die Abnehmspritze, über Erschöpfung und Jojo-Effekte, über die Verlockung schneller Lösungen – und über das, was Pflanzenstoffe, Bitterstoffkräuter und eine achtsame Ernährung begleitend leisten können.
Frau Jedkowiak, die sogenannte Abnehmspritze ist derzeit in aller Munde, von Arztpraxen bis zu sozialen Medien. Was beobachten Sie in Ihrer täglichen Praxis: Wie gehen Menschen mit dem Thema Abnehmen um, und was bringt Patientinnen und Patienten zu Ihnen?
"Was ich in meiner Praxis täglich erlebe: Menschen sind erschöpft. Erschöpft vom Jojo-Effekt, von Schuldgefühlen, von Diäten, die kurzfristig wirken und langfristig schaden. Viele kommen zu mir, nachdem sie alles versucht haben – und trotzdem immer wieder gescheitert sind. Nicht wegen fehlender Disziplin, sondern weil die eigentliche Ursache nie wirklich gesucht wurde.
Die Abnehmspritze ist das neueste Kapitel in einer langen Geschichte von Schnelllösungen. Dabei vergessen wir zunehmend, welche unglaubliche Kraft in der Natur steckt – in Pflanzenstoffen, in Bitterstoffkräutern, in der richtigen Ernährung für diesen Stoffwechsel. Die Natur hat uns Werkzeuge gegeben, die wir viel zu selten nutzen. Genau da setze ich seit über 22 Jahren an."
Abnehmspritzen versprechen schnelle Ergebnisse, doch was sehen Sie als Heilpraktikerin an Risiken und Nebenwirkungen, die dabei häufig unterschätzt werden?
"Was viele nicht wissen: Medikamente wie Semaglutid greifen tief in das hormonelle und metabolische System ein. Die häufig unterschätzten Risiken betreffen nicht nur den Magen-Darm-Trakt, sondern auch den Muskelabbau – wer schnell Gewicht verliert, verliert wertvolle Muskelmasse und senkt damit seinen Grundumsatz dauerhaft.
Hinzu kommen Nährstoffmängel, Veränderungen im Mikrobiom und die ernüchternde Realität: Wird die Spritze abgesetzt, kehrt das Gewicht meist zurück. Der Körper wurde nicht verändert – nur vorübergehend ausgebremst. Dabei hat die Natur längst Antworten: Bitterstoffpflanzen regulieren den Blutzucker, unterstützen die Leber, fördern die Verdauung – ohne diese Risiken. Wir greifen zu schnell zur pharmazeutischen Trickkiste, bevor wir das Potenzial der Natur wirklich ausgeschöpft haben."
Sie begleiten Menschen seit vielen Jahren mit ganzheitlichen Therapiekonzepten und individueller Ursachenforschung. Was ist Ihrer Erfahrung nach der entscheidende Unterschied: Warum ist ein Ansatz, der Stoffwechsel, Hormonhaushalt und Ernährung individuell in den Blick nimmt, langfristig der gesündere Weg?
"Der entscheidende Unterschied liegt im Blick auf den Menschen als Ganzes – und im Vertrauen in das, was die Natur uns längst bereitstellt. In 22 Jahren Praxis habe ich gelernt: Unser Körper ist kein Feind, den wir mit „Senkern" und „Hebern" aus der Pharmakiste unter Kontrolle bringen müssen. Er ist ein hochintelligentes System, das Unterstützung sucht – keine Übersteuerung.
Wenn wir Stoffwechsel, Hormonhaushalt und Ernährung individuell in den Blick nehmen und dabei die Vielfalt der Natur nutzen – Pflanzenstoffe, Mikronährstoffe, Bitterstoffe, naturheilkundliche Therapien – dann verändert sich etwas Grundlegendes. Menschen hören auf zu kämpfen und fangen an, mit ihrem Körper zu arbeiten. Das sollte immer der erste Weg sein. Die Pharmakiste kann am Ende stehen – aber nie am Anfang."
Über Doris Jedkowiak

Doris Jedkowiak ist Heilpraktikerin und Inhaberin des Naturheilzentrum Bergedorf. Seit vielen Jahren begleitet sie Menschen mit ganzheitlichen Therapiekonzepten, moderner Diagnostik und einem besonderen Fokus auf individuelle Ursachenforschung.
